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Durch die Nacht mit dem Porsche 964 Turbo S Leichtbau in Zürich

Classic Driver startet seine neue Videoserie „Night Drive“ mit einer nächtlichen Ausfahrt durch Zürich am Steuer eines der seltensten Supersportwagen der 1990er Jahre – dem Porsche 911 Turbo S Leichtbau der Generation 964.

Tagsüber wirken Großstädte wie London, Paris, Bangkok und Dubai oft wie rollende Parkplätze. Doch sobald die Dunkelheit hereinbricht und die Pendler verschwunden sind, verwandeln sich die Straßen in einen Abenteuerspielplatz für Sportfahrer. Wie oft haben wir davon geträumt, nachts am Steuer unserer  liebsten Klassiker und Supercars über Tokios Hochstraßen oder die endlosen Boulevards von Los Angeles zu cruisen. Nun haben wir den Traum verwirklicht: In unserer neuen Classic Driver Videoserie "Night Drive" erkunden wir die Metropolen der Welt nach Einbruch der Dunkelheit mit den faszinierendsten Sportwagen aller Zeiten. In der ersten Folge waren wir in einem ganz besonderen Auto in Zürich unterwegs – dem extrem seltenen 911 Turbo S Leichtbau.

Der Anfang der 1990er-Jahre geborene Porsche 964 Turbo S Leichtbau war Stuttgarts Beweis dafür, dass weniger manchmal viel mehr sein kann. Als der 3,3-Liter-Turbo sein Produktionsende erreichte, griff Porsches Exclusive-Abteilung auf die Motorsport-Komponenten zurück und befreite den Standard-964 Turbo von allem, was an Komfort erinnerte oder unnötiges Gewicht auf die Waage brachte. Rücksitze, Schalldämmung, elektrische Spielereien und Teile der Innenausstattung wurden entfernt. Dünnes Glas, Aluminiumpaneele und eine strikte Gewichtsreduzierung sparten rund 180 Kilogramm – und ermöglichten ein straßenzugelassenes Rennstrecken-Geschoss.  

Doch die Ingenieure gaben sich nicht mit der Leichtbau-Diät zufrieden. Der Wagen erhielt auch eine überarbeitete Version des bewährten 3,3-Liter-Sechszylinder-Boxermotors, der nun 381 PS leistete – für damalige Verhältnisse eine beachtliche Leistung. Ein steiferes Chassis, ein strafferes Fahrwerk und stärkere Bremsen sorgten dafür, dass der Wagen stets souverän agierte. Und mit seinen markanten Lufteinlässen, der gedrungenen Statur und den oft exzentrischen Lackierungen sah der Turbo S Leichtbau genauso aus wie ein Porsche, der nach Feierabend aus der verschlossenen Rennsport-Werkstatt in Weissach entwischt war. 

Der nur 86 Mal gebaute 964 Turbo S Leichtbau zählt heute zu den begehrtesten luftgekühlten Elfern überhaupt. Er verkörpert einen flüchtigen Moment, als Porsche trotz finanzieller Schwierigkeiten noch den Mut hatte, einen straßenzugelassenen Rennwagen zu bauen – einfach aus purer Leidenschaft. Der Leichtbau beweist heute, dass die unvergesslichsten Porsche-Modelle nicht unbedingt die mit den höchsten Leistungsdaten sind, sondern jene, die schon vor dem Anlassen des Motors für einen erhöhten Pulsschlag sorgen. 

Und so stand er vor uns im nächtlichen Zürcher Kreis 5, umgeben von brandneuen Banktürmen, die sich über altem Industriemauerwerk erhoben. Nebelschwaden drifteten durch die Scheinwerferkegel, und rotes Neonlicht tanzte über den polarsilbernen Metallic-Lack. Man kann sich kaum einen eleganteren und zugleich dramatischeren Ausdruck der zeitlosen 911-Silhouette vorstellen, als den Leichtbau-Turbo, der geduldig auf den Drehbeginn wartete. Doch wir waren nicht nur gekommen, um die Krosserielinien zu bewundern, sondern um das Gaspedal durchzudrücken, den Sechszylinder-Boxermotor singen zu lassen und durch die schlafende Stadt zu flitzen – so wie dieses Auto schon immer verdient hat. Lust, mitzukommen?

Video: Alpineracer for Classic Driver © 2025 — All rights reserved.

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