


Zu Beginn der 1990er-Jahre erlebte die Tuning-Kultur eine Hochblüte. Fast jede größere Marke hatte eine Art Haustuner, der daran arbeitete, die ultimative Leistung aus ihren Straßenfahrzeugen herauszuholen. AMG machte Mercedes Konkurrenz, Alpina der M-Abteilung von BMW und RUF aus Porsche 911ern weltweite Sensationen. Jaguar machte da keine Ausnahme und es war Brian Lister, der es sich zur Lebensaufgabe machte, den Großkatzen dieser Marke eine Spurtstärke zu verleihen, die selbst den schnellsten Geparden Selbstwertprobleme bereitet hätte. Seit die ersten Lister-Jaguar Ende der 1950er-Jahre mit verheerender Effizienz auf die Rennstrecken kamen, erlangte Lister nach und nach Bekanntheit, bis sich das Unternehmen Anfang der 1980er-Jahre auf das Tuning von Straßensportwagen verlegte. Zu Beginn der 90er-Jahre war der Name Lister in aller Munde, als der Tuner mit dem Lister Le Mans einen wahren Supercar-Killer enthüllte.



Auf Basis des Jaguar XJ-S entzog der Lister den Insassen des luxuriösen Grand Tourers jegliches Gefühl der Entspannung. Indem er einen gewaltigen 7,0-Liter-V12 einbaute, der 600 PS und ein Drehmoment von bis zu 950 Nm auf den Asphalt schickte. Um mit der höheren Leistung Schritt zu halten, waren größere Bremsen und ein verbessertes Fahrwerk absolute „Musts“. Damit ihre Arbeit bei Passanten und anderen Verkehrsteilnehmern nicht unbemerkt blieb, entwickelten die Lister-Jungs einen aufwendigen Bodykit: mit tiefen Seitenschwellern, neu gestalteten Stoßfängern vorne und hinten, aerodynamischeren Strebebögen an der C-Säule, größeren Felgen und einem Paar NACA-Düsen vor den Hinterrädern. Letztendlich wurden nur etwa 20 Exemplare des 7,0-Liter-Le-Mans gebaut – und dieses Exemplar könnte eines der besten – wenn nicht sogar das beste überhaupt – unter den wenigen Überlebenden sein.
Dieser Lister wurde 2018 vom jetzigen Besitzer nach langer Lagerung gerettet und erhielt zunächst beim XJS Karosseriespezialisten Premier Paintwork eine Neulackierung, um die bei diesen Fahrzeugen häufigen Roststellen zu beheben. Nach der vollständigen PPF-Behandlung wurde er dem führenden Jaguar-Spezialisten Tom Lenthall anvertraut, der den Motor komplett überholte und mit einem moderneren Steuergerät aufrüstete. Gleichzeitig wurden alle anderen Mängel behoben, um diesen Lister so optimal aufzufrischen wie möglich.



Allein die Rechnungen für die 2022 abgeschlossene mechanische Restaurierung beliefen sich auf rund 45.000 Pfund. Der Motor befindet sich noch in der Einfahrphase, sodass der nächste Besitzer die Leistung des 320 km/h schnellen Lister Le Mans bald voll auskosten kann. Wenn Sie glauben, dass Ihre Sammlung den perfekten Platz für dieses unglaubliche Stück britischer Tuning-Geschichte bietet, halten Sie Ausschau nach der Historics Auctioneers’ Ascot Auktion am 20. September. Dort wird dieser Lister Le Mans mit seinem perfekt passenden Kennzeichen „A70 LTR“ (A 7.0 LITRE) versteigert.






































