


Schon das Debüt des Maserati Mostro von Zagato beim Concorso d’Eleganza Villa d’Este 2015 war betont elegant. Das Coupé galt auf Anhieb als eine der atemberaubendsten Kreationen der „Iconic“-Ära – einer Phase, in der Zagato seine spektakulärsten Silhouetten der 50er und 60er Jahre zeitgemäß neu interpretierte.
Das zum hundertsten Maserati-Jubiläum lancierte Projekt schlägt die Brücke zwischen italienischer Renntradition und Hightech: Mit dem Einsatz von modernen Materialien wie Carbon und einem emotionalen V8-Antrieb. Da nur fünf dieser Coupés gebaut wurden, sorgt der Mostro selbst auf den exklusivsten Auto-Events für erstaunte Gesichter. Er verkörpert die pure Essenz der Marke mit dem Dreizack und repräsentiert gleichzeitig Zagatos Design-Tradition, die sich mittlerweile über elf Dekaden spannt.
Mailänder Monster für Sir Stirling Moss
Alles begann 1957 in Le Mans, als das historische Vorbild allein durch seine brachiale Präsenz seinen Spitznamen erhielt. Das Maserati 450 S Coupé war eine Maßanfertigung für die Motorsport-Ikone Sir Stirling Moss. Er wollte für das berühmteste Langstreckenrennen der Welt unbedingt einen geschlossenen Rennwagen. Zusammen mit dem britischen Aerodynamiker Frank Costin entwarf Zagato eine Karosserie, die auf der extrem schnellen Mulsanne-Geraden förmlich durch den Wind schnitt. Wenn alles gut gegangen wäre, hätte Moss so einen gewaltigen Vorteil gegenüber den damals üblichen offenen Barchettas gehabt. Leider stoppte ein technischer Defekt das stromlinienförmige Coupé bei seinem Debüt vorzeitig, zur Legende wurde es trotzdem. Als „il Mostro“ wurde der Wagen zum Symbol für rohe Kraft in einer überraschend eleganten Hülle.

Maserati-DNA wie beim Original
Bei der Neuauflage des Mostro wollte das Mailänder Atelier keine bloße moderne Kopie erschaffen, sondern das Design der Fünfzigerjahre auf ganz eigene Weise neu interpretieren. Das Ergebnis ist eine Silhouette, die durch eine unglaublich lange Motorhaube und ein kompaktes, abgerundetes Heck definiert wird, was die Position des Front-Mittelmotors betont. Unter der spektakulären Carbon-Karosserie verbirgt sich ein hochmodernes MonoCell-Chassis, das von einer Stahlrohrstruktur unterstützt wird.
Die Wahl des Motors lehnt sich eng an das Original an. Die Ingenieure setzten auf einen V8 aus Modena, diesmal mit einem Hubraum von 4,2 Litern – etwa 300 Kubikzentimeter weniger als im Jahr 1957. Das moderne Maserati-Triebwerk verfügt über eine Trockensumpfschmierung und soll 421 PS leisten. Um durch ein Transaxle-Layout eine optimale Gewichtsverteilung zu erreichen, wurde ein sequenzielles Sechsgang-Getriebe an der Hinterachse verbaut. Äußerlich beeindruckt der Wagen mit einem massiven, feststehenden Heckflügel und Schmetterlingstüren, während das Interieur mit seinen feststehenden Glasfenstern und keinerlei Komfort-Features ganz auf Rennsport getrimmt bleibt.



Seit 2016 im Familienbesitz
Anders als viele Supercars, die ständig über Ländergrenzen oder sogar Kontinente hinweg den Besitzer wechseln, verbrachte dieses Exemplar sein gesamtes Dasein in Österreich und hat dort 2016 eine Straßenzulassung erhalten. Seit der Auslieferung wurde der Wagen von derselben Familie akribisch gepflegt, in deren privater Sammlung er einen besonderen Stellenwert einnimmt. Innerhalb dieser Zeit wechselte der Besitz lediglich einmal von einem Bruder auf den anderen, sodass das Fahrzeug immer im engsten Kreis blieb. Mit nur 106 Kilometern auf dem Tacho präsentiert sich der Wagen in einem nahezu neuwertigen Zustand. Er ist ein Sammlerstück von Investment-Qualität und ein faszinierendes Stück Geschichte der beiden italienischen Traditionsunternehmen Maserati und Zagato.





































