


Mit der von keinem Geringeren als Marcello Gandini während seiner Zeit als Designchef bei Bertone entworfenen Keilform konnte sich das nach einem heißen Wind aus Nordafrika benannte Frontmotor-Coupé neben den edelsten Modellen von Maranello bis Sant’Agata anstandslos sehen lassen. Trotz seines atemberaubenden Designs stand der Nachfolger des Ghibli nie wirklich im Rampenlicht und gilt bis heute als der am meisten unterschätzte Maserati. Er war der letzte vom legendären Ingenieur Giulio Alfieri konstruierte Maserati und der letzte „Dreizack“, der Komponenten von Citroën – von 1968 bis 1975 Eigentümer von Maserati – nutzte. Dies erwies sich aber eher als Vorteil, denn so wie Citroën Maseratis mechanisches Know-how – sprich den V6-Motor – im Citroën SM nutzte, profitierte der Khamsin von Citroëns Expertise im Bereich der Hydraulik.



So stammte die Servolenkung mit geschwindigkeitsabhängiger Unterstützung aus dem SM; die Lenkkräfte wurden mit zunehmender Geschwindigkeit größer. Das mit der grünen LHM-Flüssigkeit (liquide hydraulique minerale) gefüllte Hochdruck-Hydrauliksystem bediente neben dem Bremssystem auch die Kupplung, den Mechanismus der Klappscheinwerfer und sogar die Sitzverstellung. In Kombination mit dem glorreichen, 320 PS starken 4,9-Liter-V8 und einer idealen 50:50-Gewichtsverteilung brachte die Marke aus Modena einen Weltklasse-GT auf den Markt, der jedoch die Verkaufserwartungen nicht erfüllte. Die Serienversion, 1973 auf dem Pariser Salon enthüllt, verkaufte sich in fast zehn Jahren je nach Quellen nur zwischen 417- bis 435-mal.



Dieses vom nahe Utrecht angesiedelten niederländischen Händler Wim Prins angebotene Exemplar aus dem Jahr 1974 glänzt in der wunderschönen Kombination aus der Außenfarbe Blu Spaziale über einem beigen Interieur. Es verfügt über eine Reihe originaler Details, darunter ein europäisches Nardi Dreispeichen-Lenkrad ohne erhöhte Lenkradnaben-Abdeckung. Das Modell wurde neu nach Italien ausgeliefert und gelangte über einen deutschen Besitzer 2014 zu seinem aktuellen (niederländischen) Besitzer, der ihn unter anderem für Genusstouren durch die Schweiz und Italien nutzte. Für Service und Wartung schickte er sein Schmuckstück zu Italauto, einem Spezialisten für italienische Sportwagen aus Achterveld (Provinz Utrecht). Wenn Sie nach einem unschlagbaren Hingucker aus den 1970er-Jahren suchen, sollten Sie diese Chance auf keinen Fall verpassen!











































