


PAMO, 2017 von drei Freunden am Bodensee gegründet, hat sich zu einem Zentrum der regionalen Automobilkultur entwickelt. Spezialisiert auf exklusive Sammlerfahrzeuge wie die neuesten und besten Sport- und Hypercars von Ferrari, Koenigsegg, Pagani und Porsche, erweitert PAMO sein Angebot nun um PAMO Classics und bietet damit auch Interessenten für klassische Automobile ein umfassendes Angebot. Um mehr über diese neue Geschäftserweiterung zu erfahren, haben wir uns mit Dennis Hummelsiep, dem Leiter von PAMO Classics, unterhalten.


Dennis, Du hast 25 Jahre Erfahrung mit klassischen Autos. Was hat zu der Entscheidung geführt, sich dem Team anzuschließen und PAMO Classics zu gründen?
„Meine Verbindung zum PAMO-Team geht viele Jahre zurück. Wir waren in derselben Firma tätig, und während sich Kevin und Martin auf moderne Sportwagen spezialisierten, lag meine Passion schon immer bei den klassischen Fahrzeugen. Als die Idee aufkam, sich zusammenzutun, fühlte sich die Entscheidung nur logisch und natürlich an. Uns war schnell klar, dass wir das reiche automobile Erbe von PAMO erhalten und zugleich für die Zukunft weiter ausbauen wollten.“
Euer Ziel mit PAMO Classics lautet, das historische Klassikererbe rund um den Bodensee zu erhalten. Gibt es denn dort eine aufstrebende Szene?
„Absolut. Ich bin selbst ein lebenslanger Enthusiast und Sammler, speziell von klassischen Renault-Alpine-Modellen. Daher verbringe ich viel Zeit auf den Straßen der Region. Die Klassiker-Community rund um den See ist sehr aktiv. Es gibt viele Treffen, Events und sogar Bergrennen in der benachbarten Schweiz. Die Gegend ist auch Standort für beeindruckende Museen, wie das MAC Museum in Singen und die Autobau Erlebniswelt in Romanshorn.“



Fast jeder Petrol-head hat eine Vorliebe für die fantastischen Klassiker von Renault Alpine. Was genau macht diese französischen Ikonen für Dich so anziehend – können wir damit rechnen, viele von ihnen im Showroom zu sehen?
„Meine Begeisterung für Alpine begann schon in frühen Jahren. In der Stadt, in der ich aufwuchs, waren Alpine und deren Motorsporterfolge in aller Munde. Freunde meiner Eltern besaßen Alpines, und als Kind durfte ich mehr als einmal in ihnen mitfahren. Dieses Erlebnis hinterließ einen bleibenden Eindruck auf mich und formte meinen Enthusiasmus für die Marke. Mit der Zeit vertiefte sich diese Passion weiter, angefacht durch viele Freundschaften, die sich innerhalb der Alpine Gemeinde entwickelten. Meine Verbindung zur Marke ist noch immer sehr eng. Daher werden Alpine-Modelle ganz sicher auch weiterhin Teil unseres Showrooms sein, speziell solche mit einer Rennhistorie und einer fesselnden Fahrzeug-Historie.“
Euer Inventar spannt sich von einem Ferrari 250 GT bis zu einem Porsche 997 Cup. Gibt es eine bestimmte Nische, die Ihr bedient, oder sind alle Autos bei PAMO willkommen?
„Wir sind schon klar auf das exklusive Highend-Segment fokussiert. Wir sind offen für unterschiedliche Marken, doch spezialisieren uns auf Fahrzeuge mit einer Motorsport-Vergangenheit oder einer außergewöhnlichen Herkunft. Wir glauben, dass dieser Fahrzeug-Typ in Zukunft eine zunehmend wichtige Rolle spielen wird. Gleichzeitig werfen wir auch ein Auge auf Youngtimer, die helfen werden, die nächste Generation klassischer Auto-Enthusiasten hervorzubringen.“


Uns kam zu Ohr, dass Ihr eine eindrucksvolle Kollektion, die in einer Kirche versteckt gewesen war, verkauft habt. Kannst Du etwas dazu erzählen?
„Ein wichtiger Teil meiner Arbeit besteht in der Betreuung von Privatsammlungen, die üblicherweise außerhalb des regulären Marktes gehandelt werden. Ich habe mir in über 25 Jahren ein starkes Netzwerk aufgebaut, das es mir ermöglicht, seltene Fahrzeuge diskret zu platzieren oder Sammler zu unterstützen, die ihre Sammlung umstrukturieren oder sich von ausgewählten Fahrzeugen trennen möchten. Manche Sammlungen werden an wahrhaft unerwarteten Orten aufbewahrt. In diesem speziellen Fall befanden sich die Fahrzeuge tatsächlich in einer Kirche. Darunter waren historisch bedeutsame Mercedes-Modelle mit Kompressor-Aufladung, jedes mit seiner eigenen Geschichte.“



Was waren die interessantesten Autos, die Du in letzter Zeit verkauft hast, vielleicht Picassos Porsche 550 Spyder?
„Der Ex-Picasso-Porsche 550 Spyder gehört auf jeden Fall dazu. Ein weiteres unvergessliches Exemplar war der Ferrari 250 GT Lusso aus der Sammlung von Herbert von Karajan. In den letzten Jahren war ich auch an sehr wichtigen Mercedes-Kompressor-Modellen, diversen Ferrari – darunter ein 166 Spyder Corsa – einem Miura SVJ, einem Mercedes 300 SL und einem BMW 507 beteiligt. Dazu an ganzen Sammlungen mit solchen Ikonen wie Porsche 959, Bugatti EB110, Jaguar XJ220, Ferrari 288 GTO, F40, F50, Enzo und LaFerrari. Die Liste ginge noch weiter. Meine Philosophie bestand schon immer darin, dem zu folgen, was mein Herz begehrt.“
Welche Marken und Modelle werden nach Deiner Einschätzung an Beliebtheit gewinnen? Auf welche sollten unsere Leser ihre besondere Aufmerksamkeit legen?
„Wir werden gerade Zeuge eines Generationswechsels. In der Folge verschiebt sich das Interesse in Richtung von Fahrzeugen aus den 1990er- und frühen 2000er-Jahren. Die Nachfrage nach Modellen wie BMW M3 E30 und E46, Lancia Delta Integrale, Porsche 964 und 993 Turbo und Mercedes 190 E EVO nimmt weiter zu.“

Gibt es neben den vielen Klassikern, die heutzutage zu hohen Preisen verkauft werden, Deiner Meinung nach noch unterbewertete Schnäppchen?
„Ja, es gibt noch Autos mit großem Potenzial, wie BMW E36 und E39, Porsche 968, Mercedes W124, Jaguar XJS oder Volvo 850 T5-R. Alle bieten ein beeindruckendes Preis-Leistungs-Verhältnis und dürften im Zuge der Marktentwicklung weiter an Wert gewinnen.“
Wird der europaweite Trend zur Elektrifizierung die Art und Weise, wie Menschen Klassiker kaufen und mit ihnen interagieren, verändern?
„Ich glaube, dass die zunehmende Hinwendung zur Elektrifizierung zu einer erneuten Wertschätzung analoger Klassiker führen wird. Je digitaler, leiser und uniformer moderne Fahrzeuge werden, desto stärker wird die Sehnsucht nach emotionalen, mechanischen Fahrerlebnissen werden.“

Zu guter Letzt: Was können wir für 2026 von PAMO erwarten?
„Vollgas. Wir sind ein junges Team mit großen Ambitionen und haben für die Zukunft jede Menge spannende Pläne in der Schublade.“
Fotos von Niklas Kamp





















































