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Kessel und Gordon Murray erneuern eine vor 50 Jahren in der Formel 1 begründete Partnerschaft

1976 feierte der Schweizer Rennfahrer Loris Kessel auf einem von Gordon Murray konstruierten Brabham BT44B sein Formel-1-Debüt. Mit der Ernennung von Kessel als ein offizieller Partner von Gordon Murray Automotive und deren bahnbrechenden Hypercars wird diese historische Verbindung jetzt neu belebt.

A new kid on the block

Über die Jahre haben sie am Kessel-Hauptsitz in Lugano schon so manches Hypercar oder klassische Einhorn gesehen, das von seinem Besitzer für Inspektionen, Reparaturen, Modifikationen oder Restaurierungen der renommierten Schweizer Werkstatt-Crew anvertraut wurde. Doch selbst nach den hohen Standards von Kessel ist der aktuelle Gast in der Garage außergewöhnlich und hinterließ bei seiner Ankunft eine Menge Aufsehen.

In seiner goldglänzenden Lackierung und mit geöffneten Türen und Motorhauben wirkt er wie ein riesiges tropisches Insekt, das seine Flügel spreizt. Das neue Rassepferd im Stall ist Gordon Murrays gefeiertes Hypercar T.50, inspiriert vom legendären McLaren F1, einer der größten Kreationen des gebürtigen Südafrikaners. Die gläsernen „Gullwing“-Klappen am Heck eröffnen den Kessel-Mechanikern einen perfekten Zugang zum Motorraum, in dem ein 3,9 Liter großer V12 der berühmten britischen Motorenschmiede Cosworth nur darauf wartet, zum Leben erweckt zu werden.

In den 1970er-Jahren geknüpfte Bande

Es war auch ein Modell mit Cosworth-Motor, das vor genau 50 Jahren dem aufstrebenden Schweizer Rennfahrer Loris Kessel, damals 26 Jahre jung, mit Brabham und dem Team RAM den Einstieg in die Formel 1 ermöglichte. Dieser Brabham BT44B, den Kessel und sein italienischer Teamkollege Maurizio Flammini – nach Tests in Silverstone und dem nicht zur WM zählenden Race of Champions in Brands Hatch – 1976 fahren sollten, wurde von genau jenem Konstrukteur entworfen, der auch Mastermind hinter dem jetzt als Newcomer in der Servicewerkstatt am Kessel-Stammsitz Lugano stehenden T.50 ist: Gordon Murray. Sein Brabham BT44, mit dem der Tessiner Kessel den Sprung in die Königsklasse des Motorsports schaffte, galt als erster großer Formel-1-Wurf des damals erst 30-jährigen Konstrukteurs.

Nach der Rückkehr nach Lugano aus Brands Hatch, schilderte Loris Kessel gegenüber der Schweizer Automobil Revue seine ersten Eindrücke: „Es ist wirklich ein sehr gutes Auto; ich konnte mich sehr leicht und schnell drauf einstellen. Ein Formel 1 erfordert weniger physische Anstrengung als ein Formel 2, obwohl man natürlich aufgrund der im Vergleich doppelt so hohen Leistung jederzeit die volle Kontrolle haben muss.“

Am Freitag fuhr Kessel bei kalter Witterung und auf Regenreifen die fünftbeste Trainingszeit; schlitterte aber nach dem Wechsel auf Slicks in einer langsamen Ecke in die Fangzäune. Fürs Rennen wechselte er dann auf ein Ersatzauto, schied aber trotz vorsichtiger Fahrweise aus. Trotzdem gratulierten ihm Ferrari-Chefingenieur Mauro Forghieri und Bernie Ecclestone anschließend für seinen Aufstieg aus der Formel 2. Insgesamt startete Loris Kessel in der Saison 1976 bei sechs WM-Läufen auf einem von RAM Racing genannten Brabham BT44 B.

Manche Geschichten enden nie

Mit der nun offiziell verkündeten Ernennung von Kessel als neuem Service Support Center für Gordon Murray Automotive (GMA) für die Schweiz und Norditalien schließt sich jetzt der Kreis. „Manche Geschichten finden nie ein Ende – sie warten nur darauf, im richtigen Moment wieder neu erzählt zu werden“, freut sich Ronnie Kessel, CEO der Unternehmensgruppe und Vater von Loris. „Wir sind sehr stolz über das von GMA in uns gesetzte Vertrauen. Es ist eine Marke, die nahezu deckungsgleich mit unserer Identität ist, und wir können es kaum erwarten, diese neue Partnerschaft mit Leben zu erfüllen.“ Beide Marken verbinden nicht nur gemeinsame Wurzeln im Motorsport, sondern auch gemeinsame Werte: „Die Philosophie von GMA fokussiert sich auf Performance, Aerodynamik und Leichtbau, was zu unserem Streben nach hochwertiger Verarbeitung und Handwerksarbeit, Präzision und technischer Exzellenz passt“, betont Kessel.

Kessel Racing ist seit über 25 Jahren eine feste Größe im internationalen GT-Langstreckensport, während Murray die Autowelt immer wieder mit genialen Designs verblüffte, darunter zahlreiche Formel-1-Wagen und mit dem McLaren F1 einer der großartigsten Straßensportwagen aller Zeiten. Ein Beispiel für Murrays Genialität ist der 1978 vorgestellte Brabham BT46B, bei dem ein im Heck sitzender Ventilator Luft unter dem Auto absaugte und so zusätzlichen Anpressdruck erzeugte. Diese innovative Aerodynamik wurde aufgrund krasser Überlegenheit nach nur einem Rennen – Niki Lauda dominierte nach Belieben in Schweden – wieder verboten, kommt aber heute in dem im Kessel-Workshop stehenden GMA T.50 wieder zum Einsatz.

Das ultimative Fahrerlebnis erzeugen

Als neues Service Support Center kümmert sich Kessel ab sofort um das gesamte Portfolio der britischen Hypercar-Manufaktur. Sprich: neben dem T.50 und T.50s Niki Lauda um das T.33 Coupé und dessen Spider-Version. Vor allem für GMA-Kunden aus der Schweiz und Italien wird das neue Center aufgrund seiner Lage die erste Anlaufadresse für alle After-Sales-Aktivitäten sein – einen genau abgesteckten geografischen Rahmen gibt es aber nicht.

Aufgrund der langen Erfahrung von Kessel bei Wartung und Service der weltweit stärksten Hypercars sowie der historischen Verbindung zwischen Kessel und Gordon Murray können sich GMA-Kunden hier bestens aufgehoben fühlen. Das Team in Lugano bietet ein breites Angebot aus zertifizierter Erfahrung, kompromisslosen Qualitätsstandards und einem maßgeschneiderten Service, der die Visionen beider Marken umfassend respektiert. Schließlich ist es Kessels oberstes Ziel, jedem Autoliebhaber – sei er Besitzer eines Rennwagens oder Straßenfahrzeugs, moderner oder klassischer Prägung – das ultimative Fahrerlebnis zu bieten.

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