


Nachdem schon Mecum die Sammlerauto-Welt mit seiner Auktion in Kissimmee schockiert hatte – wo eine Flotte von low-mileage Ferrari Supercars an einem einzigen Nachmittag unzählige Auktionsrekorde brach – und RM Auctions in Arizona mit sehr starken Ergebnissennachlegte, richteten sich in dieser Woche alle Augen auf die Retromobile-Auktionen. Würden europäische Käufer demselben Supersportwagen-Hype erlegen, der derzeit den US-Markt erfasst hat? Nun, das taten sie – und festigten damit einen Trend, der die ikonischen Hypercars aus Maranello in eine völlig neue Dimension gehoben hat.
Bei der in den unterhalb der Glaspyramide des Louvre gelegenen Salles du Carrousel durchgeführten Flaggschiff-Auktion von RM Sotheby's ging ein Ferrari Enzo aus dem Jahr 2004 mit nur 286 Kilometern auf dem Tacho für 8.105.000 Euro weg, während ein Ferrari F50 Baujahr 1997 mit nur 1.680 Kilometern Laufleistung für 7.598.750 Euro unter den Hammer kam. Ein Ferrari 288 GTO von 1988 – der Urvater der Ferrari-Supersportwagen-Blutlinie – erzielte mit 5.855.000 Euro einen ebenfalls respektablen Preis.

Klassische Ferrari-Sammlerstücke erzielten ebenfalls gute Resultate: Ein Ferrari 250 GT California Spyder von 1960 wurde für 14.067.500 Euro versteigert, während ein Ferrari 250 GT LWB Berlinetta „Tour de France“ von Scaglietti aus dem Jahr 1956, dessen Schätzwert bei 13–15 Millionen Euro lag, für eine nicht genannte Summe den Besitzer wechselte. Ein Lamborghini Miura SV von 1971 mit Matching Numbers erzielte ein Höchstgebot von 3.717.500 Euro, passend zum 60. Jubiläum des legendären Modells. Nebenbei wurde ein Bugatti Bolide von 2024 mit delivery mileage für 3.998.750 Euro weggehämmert. Doch die legendären Ferrari-Supersportwagen ziehen das Publikum weiterhin geradezu magisch an. Noch vor wenigen Monaten erreichten die meisten Ferrari F50 und Enzo Erlöse zwischen fünf und sechs Millionen Euro. Sie finden alle Auktionsergebnisse der Pariser Auktion von RM Sotheby’s im Classic-Driver-Markt.



Nebenan bei der Auktion von Gooding Christie's schossen die Preise ebenfalls in die Höhe; auch Rekorde wurden gebrochen. Besonders hervorzuheben: ein Ferrari 288 GTO von 1983, der für unfassbare 9.117.500 Euro wegging – ein neuer Höchstpreis für dieses Modell. Auch ein Ferrari FXX K EVO von 2018 setzte mit 6.980.000 Euro einen neuen Top-Wert – so viel wollte bislang noch niemand für dieses nur für den Einsatz auf Rennstrecken zugelassene Hypercar bezahlen. Sein etwas zurückhaltenderer Bruder, der FXX EVO von 2008, brachte immerhin 4.448.000 Euro ein. Ein weiterer Klassiker aus Maranello aus den 1990er-Jahren erzielte ebenfalls ein famoses Ergebnis: 747.500 Euro für einen wunderschön ausgestatteten 512 TR Speciale Baujahr 1994. Damit ist dieser keilförmige Traumwagen auf dem besten Weg, die Millionengrenze zu knacken.

Die Rekordbrecher stachen natürlich heraus, aber es gab auch einige Schnäppchen zu ergattern, darunter sogar einige mit Ferrari-Emblem. Der aktuelle Trend zur Beliebtheit von Ferraris aus den 1990er- und 2000er-Jahren zeigte sich vielleicht krasser denn je am Zuschlagspreis für einen atemberaubenden Ferrari 250 GT Lusso von 1963, der für „nur“ 1.242.500 Euro versteigert wurde. Dies war besonders ernüchternd, als nur wenige Lose später ein für GT-Rennen entwickelter Ferrari 458 GTE aus dem Jahr 2013 1.130.000 Euro erzielte. Beide Autos sind für sich genommen ein Hammer, aber zwar stammt der Lusso aus einer goldenen Ära von Ferrari, doch ist das Interesse an einem solchen Modell nicht mehr ganz so groß wie in den vergangenen Jahren! Die vollständige Liste der Autos aus der Auktion von Gooding Christie’s finden Sie hier.

























