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Sie werden kein verrückteres Paris-Dakar-Monster finden als den Jules II Prototypen

Der Jules II Dakar-Prototyp von 1984 sah wie ein abgestürztes UFO aus und war noch weitaus exotischer als sein 1981 eingesetzter Vorgänger auf Basis eines Rolls-Royce Corniche. Nun wird das sechsrädrige Wüstenschiff am 11. Oktober bei Aguttes‘ Autoworld-Auktion versteigert.

Die ursprünglich tatsächlich von Paris nach Dakar führende Rallye Paris-Dakar hat in den 80er-Jahren die Herzen von Autofans weltweit erobert wie kaum ein anderes Rennen. Bei der dritten Ausgabe im Jahr 1981 erlangte der Jules Rolls-Royce Corniche als eines der ungewöhnlichsten Autos, die bis dahin dort gestartet waren, größere Berühmtheit. Mit einem ursprünglich (für die dann aber kurzfristig abgesagte) Beijing-Paris Motoring Challenge konzipierten Modell kehrte Thierry de Montcorgé, der Mann hinter dem Wüsten-Rolls, 1984 zur Dakar zurück.

Der „Jules II“ war ein titanisches Projekt: mit einem maßgeschneiderten Gitterrohrrahmen-Chassis, Kevlar-Karosserie und einem Antriebsstrang, der sechs Räder (vier von ihnen angetrieben) mit einem schon im Jules Rolls installierten 5,7-Liter-V8 von Chevrolet mit 320 PS verband. Als Getriebe diente eine stark modifizierte Viergang-Box vom Typ Porsche 930, während man zur Vermeidung einer Massenverlagerung bei schneller Kurvenfahrt die beiden 150-Liter-Kraftstofftanks mit Flugzeugschaum füllte. 

Wohl wissend, dass das 6x4-Ungetüm ursprünglich nicht für die Rallye Dakar gebaut worden war, organisierte de Montcorgé einen Renault Sinpar-Truck als Servicefahrzeug. Trotz vielversprechender Leistungen in der Anfangsphase, mit Höchstgeschwindigkeiten von über 200 km/h im Gelände, erlitt Jules II schon auf der zweiten Etappe in Algerien wegen mehrerer Aufhängungsbrüche Schiffbruch. Doch der Fahrer des Trucks vergaß seine Verpflichtung gegenüber der Crew und düste ohne Unterbrechung weiter, um den Sieg in seiner Klasse zu erringen.

Es war dann der Erfinder und Organisator der Dakar, Thierry Sabine, höchstpersönlich, der den Truck-Fahrer zum gestrandeten Jules II zurückbeorderte. So wurde der sechsrädrige Havarist zwar wieder flott gemacht, war aber wegen Überschreiten des Zeitlimits aus der Wertung geflogen. Doch wie schon 1981 mit Jules I steuerte de Montcorgé das Gefährt nichtsdestotrotz auch diesmal bis runter nach Dakar, um so seine Sponsor-Verpflichtungen mit dem Haus Christian Dior zu erfüllen und eine große Party zu feiern.

Viele Jahre später verkaufte de Montcorgé Jules II ohne Motor. Er wurde jedoch restauriert und wieder mit einem passenden V8-Motor bestückt. Nachdem er erst im vergangenen April an der Morocco Desert Challenge 2025 teilgenommen hatte, sucht Jules II auf der Aguttes’ Autoworld Auktion vom 11. Oktober in Brüssel nun einen neuen Besitzer. Bereit, mit ihm bei Events wie der „Dakar Classic“ erneut in die Wüste zu ziehen.

 

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