


Am Stadtrand von Antwerpen liegt ein Ort, der für viele Autoliebhaber ein wahres Paradies ist.Amerikanische Muscle-Cars, Rennlegenden, italienische Schönheiten – hier findet man sie alle! Durch die Glasfenster des Showrooms kann man die Linien von Klassikern bewundern, die nicht nur in Belgien, sondern auch sonst wo auf der Welt nur selten zu finden sind. Denn Speed 8 Classics hat sich auf eine erlesene Mischung aus amerikanischer Kraft und elegantem italienischem Design spezialisiert. Koen Heuts, Inhaber und Gründer dieses angesehenenAutohauses, hegt seit seiner Kindheit eine große Leidenschaft für Geschwindigkeit und hat diese in ein erfolgreiches Unternehmen verwandelt, das für seine Liebe und Sorgfalt für diese transkontinentalen Kreationen bekannt ist. Wir haben uns mit Koen in seinem frisch renovierten Ausstellungsraum unterhalten…

Schön, Dich wiederzusehen Koen. Vielen Dank, dass Du Dir heute Zeit für uns nimmst. Könntest Du uns bitte kurz beschreiben, was Du bei Speed 8 Classics verkaufst und worauf Du Dich spezialisiert hast?
Auf europäische Autos mit amerikanischen V8-Motoren! Ich liebe einfach das europäische Design und die geniale Einfachheit, den Sound und die rohe Kraft der US-V8-Triebwerke.
Wir entdecken in Deinem Inventar eine den Mund wässrig machende Ausstellung von De Tomaso, Bizzarini und Iso. Was macht für Dich den Reiz dieser exotischenModelle aus?
Mir liegt besonders daran, nur Autos zu kaufen und zu verkaufen, die mir auch selbst gefallen!Ich bin sehr vielseitig interessiert und habe keinen einseitigen Autogeschmack. Ich kann von einem Rolls-Royce Piccadilly Roadster aus den 1920er-Jahren genauso begeistert sein wie vom neuesten Bugatti-Hypercar. Aber meine persönliche Lieblingsmarke ist Bizzarrini. Ich hatte noch das Glück, Giotto Bizzarini persönlich mehrmals in seiner Werkstatt und später in seinem Haus in Livorno zu treffen.



Gehen wir noch mal zurück zu den Anfängen: Gab es einen Moment in DeinemLeben, der die Liebe zu Autos entfacht hat?
Schon als kleiner Junge war ich von besonderen Autos fasziniert. In meinem Zimmer hingen die typischen Traumauto-Poster mit einem Lamborghini Countach, einem Ferrari F40 und einem Testarossa. Sobald sich die Gelegenheit ergäbe, wollte ich in jedem dieser Autos sitzen!Mein Großvater eröffnete 1938 eine Autowerkstatt für die Motorradmarke Gillet, später kamen Autos von Austin, Rover und MG dazu. Mein Vater betrieb in den 1970er-Jahren einen Reifenhandel und in den Achtzigern eine Mercedes-Benz-Vertretung. Und ich spielte in meiner Freizeit mit meinen Tretautos. Wir hatten in der Familie auch immer ein paar besondere Autos.
Einer meiner unvergesslichsten frühen Momente, ich war etwa zwölf Jahre alt, war die Mitfahrt bei einem professionellen Rallyefahrer in einem brandneuen weißen Lancia Integrale Evo von 1992! Ein fantastisches und verrücktes Erlebnis mit irrwitzig schnellen Kurvenfahrten auf einem großen Industriegelände. Als wir zurück waren, bat mich der Fahrer, die Reifen zu berühren, um die Hitze zu spüren! Mein Vater war außer sich und sagte, wenn er gewusst hätte, wie schnell er mit mir unterwegs war, hätte er mich niemals mitfahren lassen. Doch wie dem auch sei: meine Leidenschaft für spezielle Autos war geweckt!
Meine berufliche Laufbahn begann ich dann als Mechaniker bei einem Autohaus namens Cars of Excellence in Belgien. Sie waren offizieller Rolls-Royce- und Bentley-Händler, spezialisierten sich aber auch auf Ferrari, Aston Martin, Lotus, Maserati, Lamborghini – kurzum: auf viele Hersteller von Luxusautos! Dort kam ich zum ersten Mal mit De Tomaso in Kontakt und verliebte mich in die amerikanischen V8-Motoren. Über dieses Kapitel meiner Karriere könnte ich einen Bestseller schreiben!

Deshalb muss es ein wunderbares Gefühl sein, seine Leidenschaft zum Beruf machen zu können. Gibt es besondere Momente oder unglaubliche Autos, die schon den Weg in Dein Autotraumland gefunden haben?
Ja, es ist fantastisch, meine Leidenschaft zum Beruf gemacht zu haben. Das Besondere daran ist, dass es nicht nur um außergewöhnliche Autos geht, sondern auch um die großartigenMenschen, die man dabei kennenlernt. Das Schönste an diesem Geschäft ist, dass die Kunden meine Leidenschaft teilen und oft mehr Freunde als Kunden werden. Ich hatte das Glück, viele fantastische Kunden weltweit kennenzulernen – von Japan über die USA bis nach Schweden und in die Schweiz. Allesamt sind sie leidenschaftliche Sammler mit atemberaubenden Autos, eines schöner und außergewöhnlicher als das andere – die Möglichkeiten sind grenzenlos!



Wir haben Dich schon einmal 2017 interviewt. Wie hat sich die Klassiker-Szene in diesen neun Jahren verändert?
2017 erlebte der Oldtimermarkt einen Boom, da viele Investoren Fahrzeuge kauften, ohne auf Zustand und Qualität zu achten. Mein Eindruck ist, dass sich der Markt inzwischen beruhigt hat und die Menschen wieder mehr Wert auf Qualität statt Quantität legen. Glücklicherweise hat sich der Markt nach 2020 deutlich erholt und ist wieder weitgehend normal. Unserer Meinung nach bleiben die wirklich passionierten Kunden und Händler dem Markt treu.
Und wir stellen fest, dass sich nicht nur die Branche verändert hat, sondern auch Dein Showroom. Was hat sich bei den Räumlichkeiten getan?
Vor zwei Jahren haben wir unser Gebäude renoviert und die Werkstatt erweitert, unter anderem mit zusätzlichem Platz für Fahrzeugrampen. Wir haben immer eine attraktive Auswahl an Fahrzeugen im Angebot, die in unserer eigenen Spezialwerkstatt aufbereitet werden. Dort legen wir großen Wert auf einen exzellenten Kundenservice, insbesondere beim Kauf so seltener und außergewöhnlicher Fahrzeuge.

Wagst Du eine Prognose für 2026 und darüber hinaus bezüglich der Wertsteigerung von Marken oder bestimmter Modelle?
Der Markt verändert sich ständig mit den Generationen, und wir versuchen, mit diesem Wandel so gut wie möglich Schritt zu halten. Youngtimer sind derzeit sehr gefragt, das ist allgemein bekannt. Ich denke, die wichtigsten Kriterien sind die Qualität und die Stückzahl – je seltener, desto besser. Marken, die sich heute bei Neuwagen gut verkaufen, haben einen Vorteil gegenüber vergessenen Marken, diesen Trend sehen wir auch bei den vielen Online-Auktionen.Niemand hat mehr die Zeit, E-Mails zu schreiben, anzurufen oder persönlich vorbeizukommen, um sich das Auto anzusehen. Deshalb sind Fotos und Videos unerlässlich, um den Verkauf abzuschließen – alles muss immer schneller gehen.
Wie sieht die Zukunft von Speed 8 Classics aus?
Ich glaube, das Wichtigste wird sein, die Leidenschaft zu bewahren und niemals einen Leitsatz zuvergessen, den wir oft verwenden: „Was man am liebsten mag, das macht man am besten!“

















































