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Fünf Sammlerautos, die Sie diese Woche in Ihre Garage stellen sollten

Bei den Marktfunden dieser Woche treffen wir auf fünf unterschiedliche Auto-Charaktere: Von einem mutig ausgestatteten Audi RS 6 und einem robusten Toyota LJ70 bis zu einem wegweisenden Ferrari-Rennprototypen, einer besonders heißen Lotus Elise und einem VW Golf mit bahnbrechendem Getriebe.

Goodwood Green über Baby Blue

Die erste Generation des Audi RS 6 ist nach wie vor ein Paradebeispiel für Understatement. Doch dieses Exemplar aus dem Jahr 2003 verkörpert mit seiner ungewöhnlichen Werkslackierung das Wolf-im-Schafspelz-Image in Reinkultur. Die Kombination aus der Außenfarbe Goodwood-Grün über einem leuchtend hellblauen Lederinterieur verleiht ihm eine einzigartige und seltene Ästhetik, die dem konservativen und mitunter sogar etwas langweiligen Ruf deutscher Oberklassemodelle entgegenwirkt. Große, sportliche Audis waren vor allem als Kombi beliebt, was diese elegante und seltene Limousine ganz besonders herausstechen lässt.

Mit lediglich 45.000 Kilometern auf der Uhr blieb diesem Modell das typische Schicksal dieser von Vielfahrern geschätzten Autobahnstürmer erspart. Schließlich wurden RS6 gebaut, um möglichst schnell und komfortabel große Distanzen zu überbrücken. Optimal unterstützt von einem 4,2-Liter-V8-Biturbo mit 450 kultivierten PS, Allradantrieb und einem mechanischen Charakter, den man bei den meisten modernen Audi vermisst. Dieser bestens erhaltene RS 6 wurde von einem Kunden konfiguriert, dem persönlicher Geschmack und Individualität wichtiger waren als der Wiederverkaufswert, was ihn zu einem echten Sammlerstück macht.

 

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Maranellos Hypercar-Keimzelle

Auch wenn der Ferrari 308 GT/M nicht den Bekanntheitsgrad seiner berühmteren Schwestermodelle erreicht, ist seine Bedeutung als einflussreichste Testplattform für die Entwicklung der Ferrari-Hypercars unbestritten. Dieser Prototyp, der am 25. April bei RM Sotheby’s in Monaco mit einem Schätzpreis von 1,5 bis 2 Millionen Euro versteigert wird, diente als entscheidendes Entwicklungslabor für den 288 GTO und den F40. Dieser erste 1984 federführend von der Familie Michelotto speziell für den Rennsport entwickelte Bolide schloss die Lücke zwischen den serienmäßigen Straßenfahrzeugen und den extrem starken Performance-Modellen, welche die folgenden Jahrzehnte prägen sollten. Die Michelottos arbeiteten eng mit den Ingenieuren aus dem Ferrari-Werk zusammen – immer bestrebt, die Entwicklung der besten Kundenrennwagen mit der DNA des springenden Pferdes zu veredeln.

Die technische Umsetzung umfasste den nun längs statt quer eingebauten 3,0-Liter-V8-Sauger mit 370 PS und – als erster Ferrari außerhalb der Formel 1 – eine Karosserie aus Kohlefaser und Kevlar, wodurch das Gewicht auf nur 840 Kilogramm gedrückt wurde. Bei umfangreichen Tests in Fiorano erzielte Chassis 001 – eines von nur drei gebauten – Rundenzeiten, die sowohl den 288 GTO (um zehn Sekunden) als auch den deutlich leistungsstärkeren 512 BB/LM (um zwei Sekunden) sowie auch den späteren F40 in den Schatten stellten. Dieser voll funktionsfähige Prototyp, der nur Kennern bekannt ist, gilt als ultimative Evolutionsstufe auf der 308-Plattform und legt ein seltenes Zeugnis jener Ingenieursära ab, die den Weg für Ferraris „Big Six“-Hypercar-Ahnenreihe ebnete.

 

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Unzerstörbares Arbeitspferd auf der Hacienda

Der Toyota Land Cruiser LJ70 gilt nach wie vor als ein Meisterwerk funktionalen Designs und versetzt den Betrachter direkt in die Welt eines Rinderbarons – insbesondere in dieser markanten orangebraunen Lackierung mit kontrastierendem, cremeweißem Stoffverdeck. Diese warme Farbkombination fängt die späte 80er-Jahre-Ästhetik Lateinamerikas perfekt ein und unterstreicht den robusten, schnörkellosen Charakter der J70-Serie. Als Variante mit kurzem Radstand machen ihn seine kompakten Proportionen, die zeitlose Schlichtheit und die kantige Silhouette zu einem der optisch markantesten und begehrtesten Vertreter der Land Cruiser-Familie.

Zum robusten Gesamtauftritt passt der 2,4-Liter-Turbodiesel, der für sein gleichmäßig starkes Drehmoment und die legendäre Langlebigkeit bekannt ist. Die Besitzer- und Zulassungshistorie ist lückenlos dokumentiert; zugleich bestätigt ein offiziellen „Green Book“ von Classic Car House Copenhagen mit wichtigen Daten zu Kompressionsprüfungen und Lackdickenmessungen den Gesamtzustand und die Integrität des Fahrzeugs. Auch dank des serienmäßigen Untersetzungsgetriebes ist dieser 1989 gebaute und erstmals 1991 in Italien zugelassene LJ70 ein unverwüstliches Arbeitstier, bei dem Geländetauglichkeit Vorrang vor modernem Komfort genießt.

 

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Wegbereiter des Exige

Schon der serienmäßige Lotus Elise folgte mit seinem minimalistischen Ansatz dem Gebot maximaler Gewichtsreduktion. Die Motorsport-Edition trieb die von Lotus-Gründer Colin Chapman seit jeher konsequent befolgte Kernphilosophie auf die Spitze. Entwickelt von der Motorsport-Abteilung, verzichtete diese Version auf jeglichen Luxus und Komfort, um eine wahrhaft spartanische und federleichte Rennmaschine auf die Räder zu stellen – die letztendlich als Blaupause für den straßenzugelassenen Exige diente.

Der aus einem 1,8-Liter-Rover-K-Motor mit 200 PS, einem speziellen Klauenkupplungsgetriebe und einem Sperrdifferenzial bestehende Antriebsstrang ist so puristisch und mechanisch wie nur möglich. Das Exterieur unterstreicht diesen Charakter mit einem großen Frontsplitter und einem verstellbaren Kohlefaser-Heckflügel, während Plexiglasscheiben und Speedline-Leichtmetallfelgen jedes unnötige Gramm einsparen. Ein Gesamtgewicht von unter 700 Kilogramm mündet im exzellenten Leistungsgewicht von 3,5 kg/PS.

Dieses 2001 gebaute Auto ist die Nummer 55 aus einer Serie von 60 Exemplaren und wurde von seinem bislang einzigen Besitzer nur zweimal bei Rennen eingesetzt. Der Innenraum des Low-Mileage-Modells präsentiert sich mit digitalem Stack-Dashboard und MOMO-Schnellverschluss-Lenkrad als funktionaler Arbeitsplatz. 24 der 60 Elise Motorsport-Autos erhielten einen zentralen Fahrersitz und 19 – darunter dieses – eine Linkslenkung. Eine Konfiguration, die unerlässlich für die Homologation in der GT-Klasse war und den Besitzern die Teilnahme an internationalen Rennen eröffnete.

 

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Boliden-DNA für den Volkswagen schlechthin

Im Vergleich zum Vorgänger machte Volkswagen beim Golf IV einen deutlich spür- und sichtbaren Qualitätssprung – in Wolfsburg hegten sie ab nun Premium-Ambitionen. Die legendäre R32-Version unterstrich diesen Anspruch mit Leistungsdaten, die im Massenmarkt der Kompakten für Furore sorgten. Ursprünglich als limitiertes Sondermodell konzipiert, überraschte der sofortige Erfolg und legte den Grundstein für die neue R-Submarke.

Sein ungewöhnlicher 3,2-Liter-VR6-Motor, akustisch erkennbar an einem tiefen, sonoren Grollen, passte dank des engen Zylinderbankwinkels von 15 Grad quer in den eigentlich nur für Vierzylinder-Motoren ausgelegten Motorraum. Mit dem weltweit erstmals serienmäßigen Doppelkupplungsgetriebe avancierte der R32 zugleich zum frühen Prüfstand der DSG-Technologie. Obwohl das 4motion-System mit seiner Haldex-Kupplung bis zum Auftreten von Schlupf frontlastig blieb, sorgte es für eine sonst nur von Sportwagen prestigeträchtigerer Marken bekannte Agilität.

Dieser zweitürige Golf R32 aus dem Jahr 2003, der bis heute eine beachtliche Strecke zurückgelegt hat, ist – fachgerechte Pflege vorausgesetzt - ein eindrucksvoller Beweis für die Langlebigkeit der VR6-Plattform. Der Innenraum verströmt mit beheizbaren König-Sportsitzen und Akzenten aus gebürstetem Aluminium das gewünschte Premium-Ambiente, während am Exterieur die Lackierung in Tiefblau-Metallic und 18-Zoll-OZ-Aristo-Felgen ins Auge stechen. Zusammen mit Exoten wie dem Passat W8 oder dem Touareg V10 TDI repräsentiert er das maximalistische Kapitel in der jüngeren Geschichte von Volkswagen, ehe schärfere Emissionsvorschriften die R-Modelle des Golfs zu turbogeladenen Vierzylinder-Modellen degradierten.

 

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Aus dem Englischen übersetzt von Thomas Imhof

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