


Porsche liebt es, dreistellige Zahlen mit Buchstaben zu kombinieren. Nehmen Sie die offensichtlichen Beispiele wie 356, 911, 918: Fügen Sie noch ein paar Buchstaben hinzu, wie Carrera, GT3 oder GTS – und schon sind Sie auf dem besten Weg, ein wahres Lexikon des Porsche-Wissens zu werden. Es gibt jedoch eine dreistelligen Bezeichnung, die für mehr als nur pure Geschwindigkeit steht und dessen Ursprünge bis ins Jahr 1973 zurückreichen. Damals wurde eine kompromisslose Rennversion des 911 speziell für den Motorsport und nicht für den öffentlichen Straßenverkehr entwickelt. Diese Buchstaben sind natürlich „RSR“ oder Renn-Sport-Rennwagen. So ungeschickt der Name in seiner englischen Form auch sein mag, der RSR hat den Ruf, eine Rakete von Porsche zu sein, die startbereit ist, auf Rennstrecken auf der ganzen Welt entfesselt zu werden und ihre Konkurrenten völlig zu dominieren. Und genau das hat der 911 RSR der Generation 993 bei seiner Markteinführung 1997 gemacht. Es gibt nur 30 Exemplare, und KGC Automobiles ist stolz darauf, ein Exemplar mit einer unglaublichen Wettbewerbsgeschichte präsentieren zu können, das zudem mit einer atemberaubenden Lackierung versehen ist.

Das von KGC Automobiles angebotene Exemplar wurde früher vom Team Perspective Automobiles eingesetzt. Wie bereits erwähnt, handelt es sich um einen von nur 30 zwischen 1997 und 1998 werkseitig gebauten 993 RSR, deren Konstruktion ausschließlich auf Rennstrecken-Dominanz ausgelegt war. Sein Herzstück ist der M64/75-Motor, ein luftgekühlter Sechszylinder-Boxermotor mit 3,8-Litern Hubraum und einer Leistung von rund 350 PS. Das mag nach heutigen Maßstäben vielleicht nicht besonders beeindruckend erscheinen, machte ihn aber zum stärksten Saugmotor-911 seiner Zeit. Die Kraft wurde über ein Sechsgang-Schaltgetriebe auf die Hinterräder übertragen, die einzeln an Schräglenkern montiert sind samt Stabilisator und Schraubenfedern. Anstelle von Teppichen und Schalldämmung finden Sie einen geschweißten Überrollkäfig, leichte Aluminiumverkleidungen und den charakteristischen Geruch von Metall und Rennbenzin. Der RSR war offensichtlich nicht auf Komfort oder Kompromisse ausgelegt, stattdessen wurde jede Komponente für Geschwindigkeit, Stärke und Feedback konstruiert. Das Ergebnis ist ein Auto, das sich bei jeder Geschwindigkeit lebendig anfühlt. Oder, wie es ein zeitgenössischer Kritiker ausdrückte: „Die Lenkung spricht, das Fahrwerk schreit und der Motor singt eine metallische Arie, die nur Stuttgart komponieren konnte.“



Fast sofort nach ihrer Entstehung wurden die RSR sachgemäß eingesetzt, wobei das hier gezeigte Exemplar zunächst das strapaziöse 24-Stunden-Rennen von Daytona in Angriff nahm, bevor es 1999 nach Frankreich zum 24-Stunden-Rennen von Le Mans ging. Nicht genug damit, die beiden Rund-um-die-Uhr-Rennen überstanden zu haben, gewann dieses Exemplar im folgenden Jahr die GT-Meisterschaft der FFSA (Fédération Francaise du Sport Automobile). Was den 993 RSR jedoch wirklich von den unzähligen anderen 911-Sondermodellen abhebt, ist sein Platz in der Geschichte. Als letzte luftgekühlte 911-Generation schloss der 993 ein 30-jähriges Kapitel in der Porsche-Entwicklung ab. Innerhalb dieser Ahnenreihe steht der RSR stolz an der absoluten Spitze und gilt als letzter reiner, werkseitig gebauter Rennwagen, bevor der 911 in die Ära der Wasserkühlung eintrat. Er repräsentiert den Höhepunkt der traditionellen Handwerkskunst von Porsche vor dem Übergang zu modernerer Motorsporttechnologie. Damit ist er ein absolutes Muss für jeden begeisterten Porsche-Sammler oder Klassik-Rennfahrer, der gerne dominieren möchte!


































