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Reisen Sie mit Giorgio Armanis Bentley zurück ins Mailand der 1990er

Supersportler mögen im damaligen Italien der letzte Schrei gewesen sein, doch der König der Mode bevorzugte ein dezenteres Fortbewegungsmittel. Giorgio Armanis Bentley Brooklands von 1996 trägt immer noch dessen Initialien auf dem Kennzeichen und wird nun bei RM Sotheby's Monaco Sale versteigert.

Die Neunzigerjahre waren eine besondere Zeit für Mailand, da die Stadt ungefähr zur Mitte der Dekade ihre Stellung als Epizentrum der Prêt-à-porter-Mode festigte. Die Geschäfte für die lokalen Designer und die örtliche Modeelite liefen gut, insbesondere für Giorgio Armani. Zwei Jahrzehnte nach der Gründung seines eigenen Unternehmens erlebte er ein sehr arbeitsreiches Jahr, in dem er unter anderem einen Flagship-Store auf der prestigeträchtigen Madison Avenue in New York City eröffnete – 1996 sollte den Höhepunkt seines Erfolges markieren, sowohl kreativ als auch finanziell.

Die Dekadenz und die Exzesse der Achtzigerjahre waren endgültig vorbei und Armanis zeitlose sowie dezente Entwürfe waren sehr gefragt, auch auf den roten Teppichen von Hollywood. Das Fortbewegungsmittel von King Giorgio spiegelte diese Philosophie wider. Er glitt den Corso Venezia in einem Bentley Brooklands entlang, den er im März 1996 bei dem in Rom ansässigen Händler S.Mo.Car abgeholt hatte und der am 25. April bei der RM Sotheby’s Auktion in Monaco versteigert wird.

Diese konservative, aber zeitlos elegante Limousine war wie die meisten Autos in Armanis Fuhrpark in Royal Blue gehalten, akzentuiert durch eine beigebraune Zierlinie und kombiniert mit einer Lederinnenausstattung im Farbton Parchment sowie einem Armaturenbrett mit Einsätzen aus Walnussholz. Der Wagen passte perfekt zu Armanis schnörkelloser Mode und soll für 45.000 bis 90.000 Euro den Besitzer wechseln.

Benannt nach einer Rennstrecke, auf der Bentley in den Zwanzigerjahren mit die meisten Erfolge verbuchen konnte, wurde der Brooklands zwischen 1992 und 1998 nur 1.343 Mal gebaut, obwohl er ein Höchstmaß an britischer Fahrkultur bot. Angetrieben von einem 6,75-Liter-V8 mit bescheidenen 245 PS war er keineswegs eine Rakete. Er glitt aber förmlich über die Straße, weil das Fahrwerk selbst die schlimmsten mailändischen Schlaglöcher glattbügelte. Es muss sich wie ein luxuriöser Kokon angefühlt haben, in dem Signore Armani ein wenig Ruhe von seinem vollen Terminkalender finden konnte.

Dennoch verbrachte er nicht so viel Zeit in seinem Brooklands, wie man erwarten würde. Er verkaufte ihn Ende September desselben Jahres an genau den römischen Händler zurück, über den er den Wagen ursprünglich bestellt hatte. Unter dem Strich besaß er die Limousine nur ein halbes Jahr lang. Es ist nicht klar, warum sich Armani so früh von dieser Lounge auf Rädern trennte, der Rest der Geschichte des Bentleys ist aber gut dokumentiert.

Das Auto trägt noch immer das originale italienische Kennzeichen AG138SE. Diese Initialen, die passenderweise jene seines prominenten Erstbesitzers widerspiegeln, sind dem Fahrzeug während seiner gesamten Geschichte erhalten geblieben. Selbst nachdem Giorgio Armani die Schlüssel an den Händler in Rom zurückgegeben hatte und der Wagen von einem neuen Besitzer am Rande der Hauptstadt erworben wurde, bewahrte der Bentley diesen Hinweis auf seinen prominenten Erstbesitzer.

Heute ist die Fahrgestellnummer 57472 ein seltenes Artefakt der Automobil- und Modegeschichte, da es sich um eines von nur 153 linksgelenkten Exemplaren handelt, die im Modelljahr 1996 hergestellt wurden. Der Wagen präsentiert sich nach wie vor in seinem Originalfarbton und scheint ebenso gut gepflegt worden zu sein wie Anzüge des Designers. Dieser historisch bedeutsame Brooklands hat Italien seit seiner Auslieferung nie verlassen, zumindest wenn es um die Eigentumsverhältnisse geht. Er befindet sich in einem bemerkenswerten Zustand und wartet auf einen neuen Besitzer, der den gleichen diskreten Luxus schätzt, der einst auch den König der Mode eine Bestellung aufgeben ließ.

 

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