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Dieser V8-Evoque auf Steroiden stiehlt vor dem Yoga-Studio allen die Show

Normalerweise bleibt Land Rovers Einstiegsmodell selbst von groben Feldwegen und kleinen Dreckspritzern verschont. Der "Milner LRM-1" mit einem 525 PS-V8 im Heck ist dagegen sogar für die Rallye Dakar gerüstet. Dieser Monster-Evoque macht jeden "Coffee Run" zu einem Spektakel.

Spätestens mit seiner dritten Auflage ist der Range Rover von einem langstreckentauglichen Geländewagen zu einem luxuriösen Mode-Accessoire mutiert. Mittlerweile ist das SUV-Urgestein eher vor trendigen Pilates-Studios oder Matcha-Läden in Kensington als in den schottischen Highlands anzutreffen. Zwar hat der Hersteller auch der aktuellen fünften Generation ernstzunehmende Offroad-Fähigkeiten mit auf den Weg gegeben, tatsächlich unter Beweis stellen darf sie diese aber nur in den seltensten Fällen.

Für das kleinste Mitglied der Range Rover-Modellfamilie, der gezielt auf modebewusste Städter zugeschnittene Kompakt-Crossover Evoque, war von Anfang an nicht vorgesehen, mit Geröll und Schlamm in Kontakt kommen. Dementsprechend sind die Basisversionen sogar nur als reine Fronttriebler erhältlich. Umso beeindruckender ist es, diesen brachialen Milner LRM-1 zu sehen, der am 21. Februar von "Iconic Auctioneers" versteigert wird. Die Beschreibung als "Evoque auf Steroiden" wäre maßlos untertrieben.

Unterhalb des maßgeschneiderten "Kostüms", das das Design der von 2011 bis 2018 gebauten ersten Generation des Crossovers imitiert, findet sich dagegen ein Gitterrahmen und waschechte Renntechnik. Bei Milners LRM-1 handelt es sich um ein kompromissloses Rallye-Raid-Monster, das mit dem Serienmodell gänzlich wenig zu tun hat. Dieses Exemplar, das aus der Werkstatt des renommierten britischen Land Rover-Experten "Simmonites" stammt und zusammen mit "Milner Off Road" entwickelt wurde, ist brandneu und durfte seine Qualitäten daher noch in keinem Wettbewerb unter Beweis stellen.

Man würde es nicht vermuten, doch der Name Evoque ist im Motorsport kein Unbekannter. 2013 ging das britische Privatteam "Excite Rallye Raid Team" mit der extremen Abwandlung "Desert Warrior 3" sogar bei der Rallye Dakar an den Start. Das Vorhaben war zwar nicht von überwältigendem Erfolg gekrönt. Und trotzdem wurden so Erinnerungen an die frühen Jahre der Rallye Dakar geweckt, in denen die erste Range Rover-Generation zahlreich im Starterfeld vertreten war.

Angetrieben wurde der Wüstenkrieger von einem etwa 275 PS starken und 3,0-Liter großen Sechszylinderdiesel aus dem BMW-Konzernregal. Leistungswerte, bei denen die Ingenieure hinter dem LRM-1 Comp Safari Rally nur müde lächeln können. In dessen Heck steckt ein 6,2 Liter großer LS3-V8 aus dem Hause General Motors, der 525 PS über ein fünfstufiges Tremec-TK600-Getriebe an alle vier Räder abgibt. Jeweils ein Sperrdifferenzial vorne und hinten soll die Traktion optimieren.

Damit der Offroad-Rennwagen auch die höchsten Dünen und Sprünge mit Bravour absolviert, hat Simmonites ihm ein Gewindefahrwerk mit extrem langen Federwegen spendiert. Dazu kommen eine Edelstahl-Auspuffanlage, eine standfeste Bremsanlage und zu guter Letzt die brachiale Optik.

Das keilförmige SUV wirkt dank der riesigen 20-Zöller, die aus dem regulären Land Rover-Programm stammen, und der gedrungenen Silhouette schon im Stand angriffslustig. Der riesige Lufteinlass, der sich fast über die gesamte Dachbreite zieht, und die großen Schmutzfänger tun ihr Übriges.

Auch wenn die Optik es nicht vermuten lässt, kann der Milner LRM-1 nicht nur vom Verband Motorsport UK registriert, sondern in Großbritannien auch straßenzugelassen werden. Der Bolide soll laut den Prognosen des Auktionshauses für umgerechnet 74.747 bis 86.247 Euro den Besitzer wechseln. Für dasselbe Geld bekommt man auch einen üppig ausgestatteten Evoque mit Plug-in-Hybridantrieb – mit dem braven Crossover könnten Sie die Klassenkameraden Ihres Kindes bei dessen Abholung am Schultor aber definitiv nicht so ins Staunen versetzen.

 

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