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Sie brauchen keine Sicherheitsbrille für einen Blick auf den Michelotti Laser

Auf einer Matra-Plattform und mit einem Motor von Ford verkörperte der Laser als „rollende Design-Studie“ von Michelotti eine Vision von der Zukunft des Automobils aus der Sicht des Jahres 1971. Nun steht dieses lange verschollen geglaubte Unikat bei der kommenden BH Auktion in Tokio zum Verkauf.

In den frühen 1970er-Jahren, als italienische Karosseriebauer und französische Ingenieure noch davon träumten, wie ein Sportwagen der Zukunft aussehen könnte, feierte der Michelotti Laser von 1971 sein kurzes, aber unvergessliches Debüt. Als Designstudie entworfen vom legendären Giovanni Michelotti (1921-1980) und unter der stilistischen Leitung des japanischen Designers Tateo Uchida in Michelottis Studio realisiert, sollte der Laser einen Ausblick in die Zukunft des Automobils geben. Wenn Sie Einhörner wie dieses mögen, sollten Sie sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, den Laser im Zuge der BH Auktion vom 8. November in Tokio zu ersteigern. 

Auf der Bodengruppe des erstmals 1967 vorgestellten Matra M530 und von einem V4-Motor von Ford angetrieben, hinterließ er bei seiner Premiere auf dem Genfer Salon von 1971 dank futuristischer Keilform, Flügeltüren und Klappscheinwerfern einen starken Eindruck beim Publikum. War es dort noch gelb lackiert, erschien das strikt zweisitzige Coupé auf dem Montreal Auto Salon von 1972 mit einigen subtilen Designänderungen und einer weniger auffälligen silbernen Lackierung, die es bis heute trägt. Die Farbänderung ließ den Laser nun wie ein geschmiedetes Stück Metall aus dem Weltraumzeitalter wirken. Gleichzeitig knüpfte er nahtlos an die Geschichte von Matra an, da „M530“ die Bezeichnung einer Boden-Luft-Rakete war, die der Rüstungskonzern hergestellt hatte, bevor er sich in der Automobil- und Rennsportwelt versuchte.

Optisch übernahm der Laser das keilförmige Profil vieler Concept Cars der frühen 1970er-Jahre. Die „Flügeltüren“ dagegen waren ein typisches Feature experimenteller Michelotti-Entwürfe aus derselben Zeit. Die Studie ist nur 1,08 Meter hoch und verfügt über extrem breite Türschweller, die gleich zwei Funktionen erfüllen: die strukturelle Steifigkeit erhöhen und durch große Kanäle kühle Luft zum winzigen 1,7-Liter-V4 von Ford leiten, der sich hinter dem Fahrgastraum regelrecht versteckt. Steigt man ein, präsentiert sich der Innenraum sowohl futuristisch als auch recht praktisch, mit einem Armaturenbrett und einer Instrumentenanordnung, die mit einzigartigen Lösungen aufwarten und ihrerseits Zukunftsthemen visualisierten.

Die Studie hat eine enorme Bedeutung, zumal sie selten in der Öffentlichkeit gezeigt, geschweige denn zum Verkauf angeboten wurde. Lange galt sie sogar als verschollen. Nachdem der Laser auf verschiedenen Automessen die Besucher begeistert hatte, gelangte er 1977 nach Japan, um an der „La Carrozzeria Italiana“ in Harumi, Tokio, teilzunehmen. Von dort wurde er um 1980 von der berühmten Matsuda Collection gekauft und im 1983 eröffneten Sportwagenmuseum ausgestellt. Eine Zeit lang war der Verbleib unbekannt, aber dass der Laser noch existierte, belegte dann 2009 der Auftritt beim 2. Concours d'Elegance in Tokio.

Der Laser befindet sich schon seit 1977 in Japan, wo nun internationale Sammler ein echtes Design-Meisterwerk mit zukunftsweisender Technik erwerben können. Konzeptfahrzeuge dienen oft als Designübungen, aber nur wenige schaffen es, die Zukunft so einzufangen wie der Laser. Zugleich setzte Michelotti mit ihm das Versprechen um, dass „ein Designer aus einem Kamel ein Pferd machen kann.“ Obwohl der Laser nicht in Serie ging, verleihen ihm seine Einzigartigkeit und das puristische Design eine für Sammler, Museen und Designhistoriker gleichermaßen hohe Anziehungskraft. 

 

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