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Diese 7 deutschen Automuseen sollten Sie besuchen

Von der Wolfsburger Autostadt über ein Prototypen-Museum in Hamburgs Speicherstadt und eine hessische Ausnahmesammlung bis zu den architektonischen Auto-Kathedralen von Audi, BMW, Mercedes-Benz und Porsche - diese sieben deutschen Automuseen sollten Sie einmal im Leben besuchen.

BMW Museum, München

Das vom österreichischen Architekten Karl Schwanzer gleich neben dem Olympia-Park und als Teil eines Gesamtensembles mit dem BMW „Vierzylinder“ entworfene Museum galt bei seiner Eröffnung 1973 als architektonisches Meisterwerk. Seit 1999 steht es unter Denkmalschutz. Der futuristische Rundbau mit der bis ins Obergeschoss führenden Rolltreppe ist seit 2008 unterirdisch mit einem angrenzenden Flachbau verbunden, wodurch sich die Ausstellungsfläche auf 5.000 m² verfünffachte. Im Letzteren hat nun die Dauerausstellung mit ihren „sieben Häusern“ einen festen Platz, während der im Volksmund „Weißwurstkessel“ oder schlicht „Schüssel“ bekannte Rundbau mit der spiralförmig aufwärts führenden Rampe Ort für Wechselausstellungen ist. Wie aktuell „Belle Macchine“ mit von italienischem Design beeinflussten BMW-Typen oder „50 Jahre BMW 6er-Serie“. 

Nationales Automuseum - The Loh Collection, Dietzhölztal

Das „nationale Automuseum The Loh Collection“ hat sich seit der Eröffnung am 23. Juli 2023 zu einem der bedeutendsten Automobilsammlungen weltweit entwickelt. Bis heute haben schon über 230.000 Besucher den Weg in das kleine mittelhessische Dietzhölztal-Ewersbach gefunden. Wo der Unternehmer, Selfmade-Milliardär und leidenschaftliche Autosammler Friedhelm Loh auf 7.500 m² und in historischen Industriehallen 150 bis 160 Fahrzeuge aus über 135 Jahren Automobilgeschichte ausstellt. Besonders eindrucksvoll in einem überdimensionalen Auto-Setzkasten oder einer spektakulären Steilkurve. Michael Schuhmachers erster WM-Ferrari, Autos von Niki Lauda, Le-Mans-Klassiker, das Rekordfahrzeug Maybach Exelero, aber auch ein Benz Victoria von 1895 oder ein Lincoln Continental von John F. Kennedy sind nur einige der vielen Juwelen. Bis März 2027 sind in der neuen Sonderausstellung „Zeitreise auf Asphalt, Schotter und Schnee“ 35 Rallye-Legenden zu sehen, darunter der Audi S1 von Walter Röhrl.

Porsche Museum, Stuttgart-Zuffenhausen

Auch das vom Wiener Architekturbüro DMAA entworfene und Ende Januar 2009 eröffnete Museum in Stuttgart-Zuffenhausen ist ein architektonisches Highlight. Der dominante Hauptbau wird von drei Säulen, davon zwei V-förmige, getragen und scheint über dem Boden zu schweben: daher der Spitzname „Der Flieger“. Mit bis zu 95 Autos und zahlreichen Kleinexponaten erhalten Besucher auf rund 5.600 m2 einen tiefen Einblick in die technische Evolution und die Rennhistorie der Marke. Das Museum ist so konzipiert, dass Blicklinien entstehen, sich konisch vereinen und wieder öffnen. Dank des Konzepts des „rollenden Museums“ wird beinahe wöchentlich aus einem Bestand von 800 Fahrzeugen etwas ausgetauscht. Schräge Ebenen und eine stilisierte Steilkurve zeigen legendäre Rennwagen in ihrem „natürlichen“ Habitat. Ein 956 hängt kopfüber an der Decke – weil er dank seiner Aerodynamik theoretisch an ihr hätte entlangfahren können. Im April begann eine Sonderausstellung mit fünf Varianten des 935, der ab 1976 die Marken-WM dominierte. Darunter der „Moby Dick“ und das „Baby“.

Mercedes-Benz-Museum, Stuttgart

Das 2006 nach einem Entwurf des niederländischen Architekturbüros UNStudio in Stuttgart-Bad Cannstatt eröffnete MB-Museum rühmt sich, als weltweit einziges die über 140-jährige Geschichte der Automobilindustrie lückenlos nachzuzeichnen. Dazu nutzt es auf neun Ebenen und 16.500 m² Fläche verteilt 160 Fahrzeuge und über 1.500 Exponate. Die komplexe Doppelhelix-Struktur des Gebäudes wird innen für zwei spiralförmige Rundgänge genutzt. Auf dem Ersten erzählen die „Mythosräume“ die Markengeschichte chronologisch von den Pionieren (1886) über die „Silberpfeile“ bis hin zur Mobilität der Zukunft; auf dem Zweiten zeigen „Collectionräume“ thematisch sortierte Fahrzeuggruppen wie die „Galerie der Reisen“, „Galerie der Helfer“ (Einsatzfahrzeuge) oder „Galerie der Namen“ (Promi-Fahrzeuge wie das Papamobil). Noch bis Ende Mai läuft die Sonderausstellung „Youngtimer“ mit Kult-Sternen der 1990er- und 2000er Jahre wie dem 190 E 2.5-16 Evo II.

Automuseum Prototyp, Hamburg

Das 2008 in der Hamburger Hafencity eröffnete Privat-Museum hat sich auf seltene Renn- und Sportwagen der letzten 80 Jahre spezialisiert. Viele Exponate sind in der Tat einzigartig oder echte Prototypen. Wie ein Vorserien-VW von 1939, der als „Berlin-Rom-Wagen“ bekannte Ur-Porsche Typ 64, der älteste noch existierende Zuffenhausen-Porsche (1950) oder Michael Schuhmachers erster Formel 1. Als Finale der dreiteiligen Sonderausstellung „The Italian Job“ sind ab April fünf herausragende Spider/Spyder und Cabrios aus Bella Italia zu sehen. Ein Fahrsimulator und ein Miniatur-Windkanal laden zu interaktivem Erleben ein. Wer genug Zeit hat, besucht in der „Galerie“ noch eine Fotoausstellung wie „als der Käfer laufen lernte“ oder taucht in der „Lounge“ ins Leben des Motorsport-Idols Wolfgang Graf Berghe von Trips ein. Alles verteilt auf 2500 m2 und drei Etagen – in einem denkmalgeschützten Speicherbau mit viel Sichtbeton und industriellem Charme. 

Audi Museum Mobile, Ingolstadt

Die vollverglaste Fassade des 23 Meter hohen Rundbaus ist Teil des Audi Forums und soll, die Jahresringe eines Baustammes aufgreifend, Dauer und Wandel symbolisieren. Auf rund 6000 m2 warten mit multimedialer Unterstützung über 100 Autos und Zweiräder aus der Historie von Audi und seinen einstigen Schwestermarken Wanderer, DKW und Horch auf den Besucher. Der wie das ganze Museum komplett barrierefrei gestaltete Rundgang beginnt 1899 im obersten Stock und führt „bergab“ über die Gründung der Auto Union im Jahr 1932 bis in die Gegenwart. In der „Technikgalerie“ laden Hands-on-Exponate zu interaktiver Teilhabe ein. Ein historischer Paternoster präsentiert derweil über alle Etagen hinweg 14 wechselnde Exponate in ständiger Bewegung. Ebene 1 dient als Fläche für Sonderausstellungen – wie zuletzt passend zum Formel-1-Einstieg von Audi unter dem Titel „Grand Prix-Legenden“. 

Autostadt, Wolfsburg

Die am 1. Juni 2000 eröffnete Autostadt geht noch auf eine Idee des früheren Volkswagen-Konzernlenkers Ferdinand Piech zurück. Gedacht als automobiler Themenpark auf einem 28 Hektar großen Gelände direkt neben dem VW-Werk. Die architektonisch höchst divers gestalteten Pavillons entführen in die Markenwelten von Porsche, Lamborghini, Audi, Skoda, Volkswagen, Volkswagen Nfz und Volkswagen R – nur Seat und Cupra sind aktuell hier wohnungslos. Das ZeitHaus ist ein markenübergreifendes Museum, das in einem kunstgalerie-ähnlichen Setting und aus einem Fundus von 300 Autos rollierend immer 60 bis 70 Exponate präsentiert. Das dreistöckige Gebäude ist als Glaskörper gestaltet, der von außen Einblicke in die Exponate erlaubt. Eine bis November 2026 geöffnete Sonderausstellung zeigt Meilensteine und Prototypen der edelsten VW-Tochter Bugatti. Eine mit vielen Originalteilen originalgetreu aufgebaute Replica des Bugatti 57 SC Atlantic von 1938 gehört dagegen ebenso wie ein Ford Model T, Hanomag Kommissbrot, Citroën DS, NSU Ro 80 oder Lotus Elite Series 2 zu den Dauerexponaten.

 

Photos: BMW Group, Nationales Automuseum the Loh Collection, Porsche, Mercedes-Benz, Automuseum PROTOTYP, Audi, Autostadt

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